Windenergie braucht bejahenden Ausbaukurs

Veröffentlicht am 21.04.2022 in Kommunalpolitik

Die letzte Windkraftanlage im Landkreis in St. Peter wurde vor zehn Jahren genehmigt. Derzeit liegen dem Landratsamt auch keine tatsächlichen Bauanträge vor. Keine gute Situation finden Kreistagsfraktion und Kreisverband und haben gemeinsam eine Pressemitteilung formuliert.

Kreis SPD fordert schnelleren Ausbau der Windenergie im Breisgau-Hochschwarzwald

Der Ausbau der Windenergie im Landkreis Breisgau Hochschwarzwald ist in den vergangenen Jahren beschämend langsam vorangekommen. Die Zahl der Windräder liegt sogar noch unterhalb der ebenfalls wenig beeindruckenden Zahlen in den Nachbarlandkreisen. Dieser Zustand ist umso erstaunlicher, als unser Landkreis nach dem Windatlas eigentlich hervorragende Voraussetzungen für die Stromerzeugung bietet.

Der Freiburger Windkraftpionier Andreas Markowsky macht in seinem Buch „Klimaschänder“ auch das Landratsamt verantwortlich, das er eine „sehr windkraftskeptische Behörde“ nennt. Als Beispiel führt er dabei eine auf dem Schönberg beantragte Windkraftanlage, deren Genehmigung wegen möglicher archäologischer Reste im Baugebiet versagt wurde. Allerdings stand die Burg zu den Fundstücken wohl auf einem Nachbarhügel.

Die Kreistagsfraktion hat deshalb zum Thema im Landratsamt nach dem Stand der Genehmigungen und der Zahl der eingegangenen Anträge nachgefragt. Die Anfrage wurde nun vom Ersten Landesbeamten Dr. Martin Barth beantwortet und ist dieser Pressemitteilung beigefügt.

In der Tat geht im Landkreis wenig bis gar nichts voran. So wurde zuletzt im Kreis im Jahr 2012 eine Windkraftanlage auf Gemarkung der Gemeinde St. Peter genehmigt. Ein Antrag von 2014 ruht auf Bitten des Antragsstellers, der Antrag für den Breitnauer Kopf (Münstertal) wurde durch einen Bürgerentscheid verhindert. Aktuell steht ein Antrag für einen Vorbescheid im Hochschwarzwald an. Baugenehmigungen wurden seit 2012 gar keine beantragt.

„Eine ernüchternde Bilanz, die viele Ursachen hat“ sind sich Fraktionsvorsitzender Martin Löffler und Kreisvorsitzende Birte Könnecke einig.

„Die Ursache ist sicher in der zu zögerlichen Landespolitik zu suchen, die nicht den Mut hat die gesetzlichen Hürden zu senken und die Genehmigungsverfahren zu vereinfachen. Man könnte aber auch den Eindruck gewinnen, dass es im Landkreis ganz grundsätzlich eine große Skepsis gegen Windkraftanlagen gibt, die auf unterschiedlichste Weise zur Ablehnung neuer Windkraftanlagen führt,“ so Löffler.

"Die Kreis-SPD wird die Situation weiterhin im Blick behalten und von allen Beteiligten einen offensiven, bejahenden Ausbaukurs einfordern", so Birte Könnecke, die auch Kreisrätin ist. Sie begründet diese Forderung schließlich auch damit, dass die Erzeugung von Windstrom an den Küsten zwar etwas günstiger sein mag, der Transport in den Süden aber aufwändig und teuer. Es sei daher wichtig und richtig, den Strom vor Ort zu erzeugen. Widerstände können überwunden werden und finden sich laut Markowsky ohnehin nur dort, wo es keine Anlagen gibt. Sobald sie errichtet sind, weicht die anfängliche Ablehnung oft dem Wunsch nach weiterem Ausbau. Das muss auf allen Ebenen so den Menschen im Kreis kommuniziert werden und ist gemeinsame Aufgabe von Politik und Verwaltungen.

Martin Löffler & Birte Könnecke

Die Badische Zeitung hat die Pressemitteilung mittlerweile aufgenommen und berichtet dazu in diesem Artikel.

Oswald Prucker

 

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