Starke Frauen - starke Demokratie

Veröffentlicht am 18.11.2017 in Veranstaltungen

Am 11. November fand die Landeskonferenz der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Baden-Württemberg (ASF) in Weinheim statt. Tanja Kühnel, Rose Riedl und Clara Heckmann waren dabei.

Was glauben Sie? Seit wann dürfen Frauen in Deutschland wählen? Eigentlich ist schon die Frage ungeheuerlich, wenn wir von einer modernen zivilisierten Gesellschaft wie der unseren ausgehen möchten. Umso mehr überrascht den einen oder die andere die Antwort, dass Frauen erst (!) seit 99 Jahren in Deutschland ein Wahlrecht haben.

Frauen wählen anders als Männer. Wie das ist und warum das so ist, war Thema der Landeskonferenz der ASF in Weinheim.

Herr Heiner Bernhard, Oberbürgermeister der Stadt Weihnheim, erfreute sich in seinem freundlichen Grußwort über so viel geballte Frauen-Power in seiner Stadt.

Ihm als Rednerin folgte Susanne Wenz, stellv. Verdi-Landesbezirksleiterin und begann mit den Worten: „Gestattet mir, etwas politischer zu werden, als mein Vorredner“. Eine klare Ansage, die mit viel Applaus angenommen wurde. Zwei ihrer besonderen Anliegen waren, dass Frauen sich nicht nur für Veränderungen einsetzen sollen, sondern auch dafür, dass Veränderung gewünscht wird. Nicht nur Bedürfnisse erkennen, sondern sie auch wecken. Ebenso fordert Susanne Wenz, dass politische Antworten einfach sein müssen – weil die Forderungen auch klar und einfach sind.

Udo Lutz, AfA-Landesvorsitzender, gab auf den Weg, dass AGs unbedingt jünger und vor allem weiblicher werden müssen. Er sieht hier zwar schon viel positive Veränderung, aber durchaus noch viel Luft nach oben. Auch zum Thema Erneuerung gab er als Denkanstoß in die Runde, dass dies zwar notwendig und gut sei, jedoch muss auch das verloren gegangene erneuert, bzw. erhalten bleiben. Als Beispiel führte er an, dass Ortsvereine durchaus auch Anträge stellen können und sollen. Politische Arbeit darf auch wieder in die Basis (zurück).

Zum Thema „wie wählen Frauen“ referierte Bernhard Kornelius von der „Forschungsgruppe Wahlen“. Das Ergebnis wurde aus ermittelten Zahlen aus der vorangegangenen Bundestagswahl abgeleitet. Kurz und knapp zusammengefasst:

Frauen wählen mehr schwarz und grün
Männer wählen mehr gelb und blau

Ein „mehr“ für ROT war nicht erkennbar.

Frauen wählen eher positiv behaftet, personenbezogen und im bzw. nach einem Dialog. Männer wählen eher negativ behaftet, materiell und mit vorgefestigter Meinung.

Ebenso wurde die Frage beleuchtet: „Warum wählen Frauen Trump“ ….. Häääää???

Ich hätte mir hier an dieser Stelle eigentlich eher die Fragestellung gewünscht, warum wählen Frauen Schulz nicht.

In der anschließenden kurzen Talkrunde stach für mich persönlich eine Bemerkung von Leni Breymaier besonders hervor:

„Es ist dringend notwendig, an der Wertigkeit der Dienste (!) zu arbeiten. Dienst am Produkt darf nicht horrend wertvoller oder teurer sein, wie die Dienst am Menschen.“ Spätestens hier können wir für deutlich mehr Gleichstellung und Gerechtigkeit sorgen. Mit Blick in die Berufsgruppen „Dienst am Mensch“ und „Dienst am Produkt“ ist erkennbar, in welchen Bereichen mehr Männer und/oder Frauen tätig sind und wie diese Dienstleistungen vergütet werden.

Zu einer richtigen Landesdelegiertenkonferenz gehört natürlich auch immer zu wählen. Hier daher noch das Ergebnis der ASF-Vorstandswahl:

Andrea Schiele (KV Ulm) wurde mit 92 % der Stimmen als Vorsitzende bestätigt, zu ihren Stellvertreterinnen wurden Rebecca Hummel (KV Reutlingen) und Anneke Graner (KV Karlsruhe-Land) gewählt. Das Amt der Pressereferentin wird ausgeübt von Derya Türk-Nachbaur (KV Schwarwald-Baar). Auf die Arbeit im Landesvorstand freuen sich als Beisitzerinnen Johannah Illgner (KV Heidelberg), Stella Kirgiane-Efremidou (KV Rhein-Neckar), Dagmar Neubert-Wirtz (KV Biberach), Dominique Odar (KV Rhein-Neckar), Hanna Rosahl-Theunissen (KV Freiburg) Annette Sawade (KV Schwäbisch Hall), Claudia Schöning-Kalender (KV Mannheim), Clara Streicher (KV Stuttgart), Viviana Weschenmoser (KV Freudenstadt) und Nezaket Yildirim (KV Rhein-Neckar).

Tanja Kühnel

 

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